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Tee-Eier in der Art von Dr. Rüdiger Begenau

Zur Herstellung von Tee-Eiern, so wie ich sie mag, empfehle ich Folgendes:

Suchen Sie in Ihrem Haushalt nach einem Topf, den Sie künftig nicht mehr benutzen möchten. Diesen Topf erklären Sie zu Ihrem "Tee-Eier-Topf" und verwenden ihn fürderhin vorzugsweise nur noch zu diesem Zweck; es darf also durchaus ein alter Topf sein, aber innen nicht verrostet und ohne Löcher im Boden oder sonstwo; wer weiß, aus welchen Gründen.

Nehmen Sie ein fettes Huhn und lassen Sie es so lange Eier legen, bis der bewusste Topf voll ist.

Füllen Sie den Topf mit der Menge Wasser, die die danach hineingegebenen (noch rohen) Eier aller Voraussicht nach überdeckt. Falls das Wasser nicht ausreichen sollte, dürfen Sie hernach natürlich noch etwas hinzufügen oder bei zuviel Wasser etwas abgießen. Lassen Sie behutsam die Eier in das Wasser gleiten; sehr vorsichtig!

Für ca. 20 Eier versehen Sie das Wasser mit einem gehäuften Esslöffel Salz. Kochen Sie die Eier hart, höchstens 10 Minuten lang, und nehmen Sie die Eier aus dem Topf (zur schnelleren Abkühlung einfach in kaltes Wasser legen).

Versetzen Sie das Salzwasser, in dem die Eier kochen durften, mit ein bis zwei gehäuften Esslöffeln (auch überlagertem) Schwarzen Tee. Ich verwende gern "Earl Grey" (mit Bergamottöl aromatisierter Tee), der schmeckt mir einfach besser.

Lassen Sie den Tee "zaghaft" vor sich hin köcheln; sollte nicht überkochen, um eine größere "Teeschweinerei" zu vermeiden.

Knacken Sie nun die Schale der hartgekochten Eier an oder schälen Sie dieselben. Zum Anknacken schlagen Sie die Eier so gefühlvoll auf einen harten Gegenstand (z.B. auf ein Küchenbrett), dass deren Schale rundherum relativ gleichmäßig angeknackst ist. Vor allem die Eier, die sich schlecht "pellen" lassen, behalten ihre gebrochene Kalkoberfläche, sie ergibt später ein dekorativ "marmoriertes" Ei, weil die braune Farbe des Tees und der Maggi-Flüssigkeit nun durch die Bruchstellen das Eiweiß färbt.

Nachdem alle Eier entweder geschält oder zumindest angeschlagen sind, gießen Sie mindestens eine kleine Flasche "Maggi-Würze" (125 ml), auch eine vergleichbare andere Würze in das Salz-Tee-Wasser, danach geben Sie die (wie vorher beschrieben behandelten) Eier hinein und lassen die Eier etwa bis zu zwei Stunden in aller Ruhe im Bereich des Siedepunktes ziehen; Achtung: Kocht leicht über!

Praktischer Tipp: Sollten Eier zerbrochen oder sonst irgendwie beschädigt sein, so lege ich sie zuletzt in den Topf und merke mir diese Stellen!!!

Nach etwa zwei Stunden beenden Sie das Köcheln und opfern beschädigte Eier den Haus- oder Küchengeistern - also selbst essen oder kurz beiseite legen für Hund, Katze, Maus oder Goldfisch. Falls alle Eier intakt sein sollten, wählen Sie nach dem Zufallsprinzip ein Ei als Opfergabe aus.

Bei Benutzung eines Elektroherdes sollten Sie nach Möglichkeit den Eiertopf bis zum Zustand der abgekühlten Herdplatte auf derselben belassen.

Den Topf mit den Eiern in der Salz-Tee-Maggi-Lake können Sie nun kühlstellen, z.B. über Nacht auf einem Balkon.

Und wem diese Tee-Eier nachher nicht schmecken,

den soll der Teeteu holen!

Tee-Eier schmücken jedes Buffet. Sie eignen sich sehr gut als "Salzgebäck-Beilage" zu Bier und Wein. Natürlich schmecken die Tee-Eier auch warm als Hauptmalzeit in einem Reisnest, umgeben von Letscho, Ketchup, Paprikaschoten und sonstigem Gemüse.

Die Zugabe von Anis in das Kochwasser wird in verschiedenen Literaturstellen angegeben, ich mag allerdings den entstehenden und die Wohnung beherrschenden Anisgeruch nicht.

Nach der ersten Benutzung Ihres Tee-Eier-Topfes werden Sie sofort erkennen, dass Sie diesen Topf innen nur sehr mühsam oder nur mit aggressiven Mitteln und Methoden von seiner braunen Verfärbung befreien können. Meinen Tee-Eier-Topf wasche ich deshalb nur ganz normal ordentlich ab (im Geschirrspüler), die verbliebene Verfärbung bleibt drin bzw. dran, er wird von mir im Allgemeinen nur noch für Tee-Eier verwendet.

Erfunden haben die Tee-Eier vermutlich die Chinesen und die haben diese Eier auch gegessen, aber ursprünglich mit Soja-Sauce, nicht mit Maggi-(oder einer vergleichbaren) Würze.

Die fertigen Tee-Eier können wie normale Soleier in ein Schraubdeckelglas hineingeschichtet und mit der braunen Lake versehen im Kühlschrank bis zu cirka 3 Wochen aufbewahrt und nach Bedarf verzehrt werden. Sie färben dann durch, sind aber auch nach Tagen noch lecker; sehen für ungeübte Augen vermutlich etwas gewöhnungsbedürftig aus. Die Eier müssen immer mit der Lake bedeckt bleiben.

Bei Schimmelbildung an der Oberfläche der Lake sind die Eier nur noch zum Eierwerfen zu verwenden. Hierbei wäre zu beachten, dass sie dann leider nicht mehr so schön spritzen wie rohe Eier, dafür sind sie aber härter.

Also insgesamt wünsche ich Ihnen viel Erfolg!

Ihr Prof. Thegenau

Für lobenswerterweise an einem Quellennachweis interessierte Plagiatdetektive sei angemerkt und darauf hingewiesen, dass ich zum ersten Mal ein Tee-Eier-Rezept in der Zeitschrift "Kaffee und Tee" des DDR-Verlags "Verlag für die Frau" aus der 2. Hälfte der 1960er Jahre zu meiner großen Freude gefunden hatte. Seither habe ich bereits Tausende von Tee-Eiern hergestellt, frei nach meiner Devise:

Keine Feier ohne Tee-Eier!


Wem die Tee-Eierei zu eirig sein sollte, dem sei angeraten, die Eierei zu überlesen
und sich Folgendes zu Topfe zu geben:

Tee-Eier "zack und knack"

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© Dr. Rüdiger Begenau - 2014
Bilder: Kurt Rose, Berlin